Die Geschichte der Oberneulander Kürbiswette

Nach der Beendigung von vier mehr oder weniger erfolgreichen Fußballkarrieren, wurde bei einer gemütlichen Grillparty die Idee zur Oberneulander Kürbiswette geboren. Der erste Wetteinsatz war die Ausrichtung einer Grillparty für den Verlierer. Als glücklicher Sieger der ersten Wette wurde Engelbert B. gefeiert. Allerdings hatte er auch schon einen gewissen Vorsprung im Bezug auf die Aufzucht von Kürbissen. Die Taktik von Andreas O. ging leider nicht auf, der somit als erster Verlierer zum Grillen einladen durfte. Seine Behauptung "eine Kürbispflanze braucht täglich mindestens 40 Liter Wasser" trifft wohl eher für die erfolgreiche Aufzucht von Wassermelonen zu.

Wurden wir im ersten Jahr noch belächelt, fand unsere Idee immer mehr begeisterte Kürbisfans, so dass im zweiten Jahr die Teilnehmerzahl von vier auf zwölf gesteigert werden konnte. Ein Wanderpokal musste her, auf dem sich der Sieger des ersten Jahres natürlich noch verewigen musste. Allerdings nur unter dem Protest aller anderen Gründungsmitglieder, da er sich im ersten Jahr nur Opfer und keine Gegner gesucht hatte. Den Vorjahreserfolg konnte Engelbert B. natürlich nicht wiederholen, denn aus den Opfern wurden Gegner, denen er zu keiner Zeit das Wasser reichen konnte. So wird er den Wanderpokal wohl niemals wieder gewinnen. Als erster richtiger, verdienter Sieger konnte sich Dirk M. mit seiner Tochter Denise eintragen, wobei bis heute nicht klar ist, wem der Erfolg zuzurechnen ist.

Im dritten Jahr nahm die Begeisterung weiter zu. Es hatten sich 57 Kürbiszüchter angemeldet. Sogar Bäume wurden gefällt um ausreichend Platz und Sonneneinstrahlung für den Kürbis zu schaffen. Komposthaufen wurden angelegt und Blumenbeete mussten weichen, damit die Chancen auf den Sieg stiegen. Am Ende hatte Stephan S. die Nase vorne und konnte sich über den Wanderpokal freuen. Trauriger Höhepunkt der Saison war der Verlust von "Mammut", den Dirk M. kurz vor dem Ende der Wette zu beklagen hatte. Sein Kürbis wäre wohl auf einen der ersten Plätze gelandet, wenn der Züchter alles richtig gemacht hätte. Einen persönlichen Erfolg konnte Andreas O. verbuchen, der es tatsächlich schaffte einen Kürbis im zweistelligen Gewichtsbereich zu züchten. Allerdings reichte das Gewicht wieder nicht aus, um in einer internen Wette der Gründungsmitglieder nicht zu verlieren und so schaffte er den Hattrick und musste wiederum zu einer Grillparty einladen. Warum der Kürbis von Engelbert B. zum schönsten Kürbis der Saison gewählt wurde ist nur durch skandalöse Wählermanipulation zu erklären. Dem Züchter war es egal, er freute sich über den zweifelhaften Erfolg und feierte ausgelassen seinen Pokal. Kampfgeist zeigte Stefan P., den Engelbert B. schon zwischenzeitlich abgeschrieben hatte und dessen Kürbis auf der Zielgeraden weit vor dem "schönsten" Kürbis lag. Dem Züchter hat dies viel Freude gemacht...

Nach einem spannenden Finale 2005 mit tollem Erntedankfest, startete die 4. Oberneulander Kürbiswette mit 100 Anmeldungen in die neue Saison 2006! Die Begeisterung und Zahl der Kürbisverrückten nahm damit weiter zu, denn mehr als die Hälfte waren zum ersten Mal bei der Wette dabei. Unter den 54 neuen Anmeldungen waren auch der Dicke und der Dünne von Radio Bremen Vier, die in Ihrer Morgenshow von der Wette und ihren persönlichen Zuchterfolgen berichteten. Leider wurden ihre Zuchtbemühungen nicht von Erfolg gekrönt und aus Gründen der Pietät soll an dieser Stelle nicht weiter auf das Debakel eingegangen werden. Mit einem eigens komponierten Trauerlied „Good bye kleiner Kürbis..." haben sie sich leider relativ früh aus dem Wettbewerb verabschiedet. Am Ende sicherte sich Dietrich K. verdient den Titel „Kürbiskönig 2006". Erzielte er doch mit seinem Kürbis das bisher beste Ergebnis der Kürbiswette unter allen Teilnehmern in Oberneuland und erhielt dafür den begehrten Wanderpokal. Wenig spektakulär war das Ergebnis der internen Wette der Gründungsväter, die wiederum Andreas O. für sich entscheiden konnte. Weiter Höhepunkte der Saison 2006 waren die Teilnahmen am Umzug zur 825-Jahr-Feier in Oberneuland und am Umzug zum Bremer Freimark mit einem eigenen Wagen und einer Fußgruppe von „Kürbishasen".

Zum kleinen Jubiläum hatte der Virus „Kürbiswette" im fünften Jahr 109 Kürbisverrückte angesteckt. Für den Gründungsvater Dirk M. bedeutete dies die erste Saisonniederlage, da er im Rahmen einer kleinen Wette nicht an diese Begeisterung geglaubt hat. Nach einem sehr durchwachsenen Sommer, der kaum Gelegenheit für ausgiebige Kürbisbesichtigungstouren mit dem Fahrrad bot, fand das Finale der 5. Oberneulander Kürbiswette wiederum im Rahmen eines tollen Erntedankfestes statt. Allen ehrenamtlichen Helfern einmal ein riesiges DANKE an dieser Stelle! Der Vorjahressieger Dietrich K.  konnte zwar sein Ergebnis um 7,2 kg steigern, fand aber seinen Meister in Christoph P. Mit einem neuer Rekordergebnis von 86,6 kg verewigter er sich in der Ahnenreihe der Oberneulander Kürbiskönige! Die interne Wette wird langsam langweilig, denn Andreas O. konnte wiederum den „Erfolg“ für sich verbuchen. Der traditionsbewusste Züchter, der seit Beginn der Kürbiswette immer den kleinsten Kürbis züchtet ging in diesem Jahr völlig leer aus und wurde für seine Leistung mit einem Pokal als „Kürbiskiller“ geehrt. Wir waren gespannt, ob er auch im nächsten Jahr wieder an diese Serie anknüpfen kann oder ob es ich tatsächlich einmal gelingt wenigstens Engelbert B. hinter sich zu lassen?

Soviel vorweg: es ist ihm nicht gelungen. Die 6. Kürbiswette dagegen war ein Erfolg auf der ganzen Linie! Andreas hatte für diese Saison hervorragendes Saatgut bestellt. Schon lange vor dem Finale stand fest, dass die 100-kg-Hürde diesmal in Oberneuland von mehreren Teilnehmern genommen werden würde. Nach einer Reform im Regelwerk, machte sich ein Ex-Oberneulander und heutiger Niedersachse mit seinem Kürbis „Hannibal“ lange berechtigte Hoffnungen auf den Sieg und den legendären Wanderpokal. Angst machte sich schon im Feld der Oberneulander Kürbisverrückten breit, dass der „Pott“ nicht im Dorf bleiben würde und so gaben sie noch einmal richtig Gas bzw. Dünger. Schließlich konnten Christoph P., Jan K. und Jörn K. noch Sven M. aus Niedersachsen noch auf Platz 4. verdrängen. Mit einem neuen Rekordergebnis von 220 kg wurde Jörn überragender Sieger und zum würdigen Kürbiskönig 2008 im Rahmen des Ernteballs gekürt. In einem spannenden Finale, das bei tollem Wetter und schönem Rahmenprogramm von DJ Björn moderiert wurde, brachten von den 125 gemeldeten Teilnehmern immerhin 73 Kürbisverrückte ihre Zuchterfolge zum Wiegen. Die Kürbisse wurden dabei oftmals liebevoll dekoriert und schön präsentiert. Wir sind immer wieder begeistert und bedanken uns für so viel Engagement und Einsatz!

Nach dem tollen Kürbisjahr 2008 waren die Erwartungen an die neue Saison sehr hoch und unter den  117 Teilnehmer der 7. Kürbiswette wurden schon neue Rekordgewichte gehandelt. Mindestens 250 kg sollten es schon sein...Um dieses Ziel zu erreichen wurde mal wieder alle Register gezogen und die Gründungväter mieteten sich extra ein eigenes Feld, auf dem der neue Rekordkürbis wachsen und die interne Wette ausgetragen werden sollte. Leider konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden und man einigte sich auf die gängigen Ausreden  „bescheidener Sommer“ und „schlechte Saat“. Allerdings schafften es immerhin 6 Kürbisse die 100 kg-Grenze zu überschreiten. Sehr zum Bedauern und Leidwesen einiger Gründungsväter war auch Engelbert B. dabei . In einem spannenden Finale erzielte sein Kürbis 159,4 kg. Mit Tränen in den Augen konnte er mit diesem Gewicht Andreas B. mit 151,2 kg  noch auf den zweiten Platz verweisen und wurde verdient Kürbiskönig 2008. Mit einer ausgiebigen Sektdusche wurde der Erfolg gefeiert und die Krönung wurde im Rahmen des anschließenden Ernteballs vollzogen und standesgemäß gefeiert. Nach dem tollen Finale folgte ein weiterer Höhepunkt, da der Kürbiskönig nebst Siegerkürbis zu einem ausgiebigen Fernsehauftritt eingeladen wurde und dort eine sehr gute Figur machte.

Die 8. Kürbiswette startete zunächst mit gedämpften Erwartungen, da die Pflanzenausgabe früher erfolgte und die Pflanzen entsprechend klein waren. Außerdem waren nach der Aussaat der Kerne hohe Verluste zu verzeichnen, da relativ viele (ca. 40%) einfach nicht keimen wollten. Trotzdem konnte Dirk M. „Don King Kürbis“ mit 286,5 kg ein neues Rekordergebnis der Wette erzielen und verwies den Sieger aus 2006 Dietrich K. mit immerhin 205,3 kg auf den zweiten Platz. Nach der obligatorischen Sektdusche für den neuen König wurde er beim Ernteball gekrönt und spendierte spontan ein Fass Freibier! Mit dieser ersten „Amtshandlung“ überraschte er alle und weckte die Hoffnung, dass noch viele wohltätige Taten folgen mögen. Blankes Entsetzen trat hingegen in das Gesicht des Vorjahressiegers, der mit 29,5 kg weit hinter den gesteckten Erwartungen blieb und damit erstmalig die interne Wette der Gründungsväter verlor! Als zweite „Amtshandlung“ rief der neue König die „Ewige schwarze Liste der Verlierer der interne Wette“ ins Leben, die nun einen zusätzlicher Anreiz für die Gründungsväter ist...

Nach dem Rekordergebnis von „Don King Kürbis“ aus dem letzten Jahr, startete die 9. Kürbiswette mit einem neuen Teilnehmerrekord: 135 Teilnehmer wollten den Kürbiskönig vom Thron stoßen. Letztlich gelang dies Stephan M. mit immerhin 155,6 kg. Trotz der hohen Erwartungen, schafften es nur 7 Teilnehmer die 100 kg-Hürde zu knacken. Wahrscheinlich lag es am durchwachsenem Wetter des bescheidenen Sommers... Ein sehr trauriges Schicksal traf ein weiteres Mitglied der Gründungsväter, der trotz vorbildlichem Einsatz und mit viel Hingabe „nur“ 63,7 kg erreichte und völlig unerwartet auf der „Schwarzen Liste“ landete. Nach einer differenzierten Analyse der Ergebnisse seiner Mitstreiter, war ihm allerdings sofort klar, dass pures Glück ein Dünger ist, der nicht immer funktioniert. Und so ist mit hoher, sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher seinerseits handeln wird.

Es ist für uns immer wieder kaum zu glauben, was aus unserer Schnapsidee geworden ist ! An dieser Stelle sei auch noch einmal allen Beteiligten, Helfern und DJ Björn gedankt, die wieder dieses tolle Finale und schöne Erntedankfest durch ihren Einsatz erst möglich machen.  Ihr seid die Wette!

Nach der Wette ist ja bekanntlich vor der Wette. Und so wirft die 13. Oberneulander Kürbiswette schon ihre Schatten voraus. Die ersten Anmeldungen liegen schon vor. Wir freuen uns natürlich über so viel Begeisterung und erwarten eine spannende Saison!  „Es lebe der König“ war gestern, jetzt gilt wieder „Nieder mit dem König , wir brauchen einen neuen König oder eine Königin“!

 

Auf jeden Fall wünschen wir allen Teilnehmern viel Spaß und Erfolg!

 

             ... und gehen davon aus, dass der Pokal natürlich im Dorf bleibt!

 

 

 

Aber Achtung: Kürbisse zu züchten macht süchtig...

 

 

Die Gründungsväter der Oberneulander Kürbiswette